Allgemein, christmas, food for thought

Christmas for future

Was wäre, wenn wir dieses Weihnachten auf Geschenke verzichten?

Keine neuen Sneaker, kein neues Handy, keine Bücher, kein Parfüm, kein neues Gadget.
Das wäre ganz schön bescheuert. Krass. Langweilig. Doof.
Denn der Sinn von Weihnachten ist es doch, seinen Liebsten eine Freude zu machen, oder?

Aber mal ehrlich: muss diese Freude mit Konsum verknüpft sein?

Denn das, was wir mittlerweile zu Weihnachten feiern, ist faktisch ein Fest des Konsums.
Ein Fest, das die Wirtschaft ankurbelt und den Jahresgewinn vieler Unternehmen noch einmal tüchtig steigen lässt.

19 % des Jahresumsatzes des Einzelhandels wird im Weihnachtsgeschäft gemacht. Ein Fünftel der gesamten Jahresumsätze. Nur für Weihnachten. 2019 werden das voraussichtlich 102,4 Milliarden Euro sein.

102.400.000.000 Euro.

So prognostiziert es statista – und schreibt dazu: „Das Weihnachtsgeschäft lässt im Einzelhandel die Kassen klingeln“. Toll! Mehr Umsatz, mehr Gewinn, Wirtschaftswachstum, super! Oder doch nicht?

Wenn man sich an dem aktuellen Wirtschaftssystem orientiert, ja.

Wenn man das 1,5 °C Grad Ziel erreichen will, nein.

Denn ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum ist nicht mit Nachhaltigkeit zu vereinbaren. Die planetaren Grenzen sind bekannt. Grenzen heißt, hier geht es nicht weiter. Und wie sollen begrenzte Ressourcen ein unbegrenztes Wachstum ermöglichen? Durch Effizienzsteigerung und neue Technologien. Durch Entkoppelung von Wirtschaftswachstum vom ökologischen Fußabdruck. Klingt gut.

Doch kann etwas Begrenztes Unbegrenztes ermöglichen?

Darüber gibt es Diskussionen. Fest steht: möchten wir das Klimaziel erreichen, müssen wir unseren Fußabdruck verringern. Drastisch. Klimagesetze werden das nicht richten.

Wir, die Konsumenten, müssen aktiv werden, kreativ sein und mit unserem Konsumverhalten eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem aktuellen Wirtschaftssystem fordern.

Und wie können wir kreativ aktiv werden und ein Zeichen setzen?

Mit Christmas for Future!

Dieses Weihnachten setzen wir aus beim Konsumwahnsinn.
Wir verzichten auf Geschenke. Auf Weihnachtsbäume. Auf Tonnen von billiger Schokolade. Ursprünglich feiern wir Weihnachten zu Ehren der Geburteines Kindes, das die Welt veränderte oder jedenfalls unsere Kultur. Jetzt sind wir dran: lasst uns dieses Weihnachten 2019 unsere Welt ein wenig verändern. Für unsere Zukunft.

Wem das ein wenig zu extrem ist: wie wäre es mit kleinen, selbstgemachten Geschenken? Mit einem Gutschein für ein selbstgekochtes Menü? Einem second-hand erstandenen Kleidungsteil? Es geht nicht um strikten Verzicht – es geht darum, nicht an der großen Konsumschlacht teilzunehmen.
Wer weiß, vielleicht sind Onkel und Tante erleichtert, wenn wir ihnen mitteilen, dass sie sich diesmal nicht das Gehirn über unser Geschenk und das der zehn anderen Nichten und Neffen zermartern müssen?

Und wenn Oma sich PARTOUT nicht von einem teuren (Geld-)Geschenk abbringen lassen will? Dann überlegen wir uns eben eine Organisation oder eine nachhaltige Geldanlage, bei der das Geld etwas Gutes bewirken kann.
Denn es gibt genug Menschen auf der Welt, die so gar nicht an unserem Weihnachtskonsum teilhaben, sondern eher darunter leiden. (Wer liefert den billigen Kakao für die 145 Millionen 2018 in Deutschland produzierten Weihnachtsmänner?).

Ihr versteht das Prinzip, oder?

Dieses Weihnachten gehen wir über die Bestreikung von Schule, Uni oder Arbeit hinaus.


Wir bekräftigen, dass es uns mit unseren Forderungen ernst ist.

Indem wir verzichten, und zwar da, wo es vielleicht im ersten Moment ein bisschen weh tut.


Aber im zweiten Moment wird das Weniger zu Mehr.


Die positiven Nebeneffekte sind nämlich: kein gestresstes Geschenke-Kaufen kurz vor Weihnachten, keine hohen Ausgaben, keine Schuldgefühle, weil man kein passendes Geschenk gefunden hat. Mehr Zeit, um uns über eine schöne, gemeinsame Weihnachtsfeier Gedanken zu machen. Eine nachdenkliche Adventszeit, die sich nicht hauptsächlich um Geschenke, sondern vielleicht darum dreht, wie wir uns 2020 weiter um die dringlichen Fragen kümmern und zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen können.

LET’S DO IT.

Datenquelle: https://de.statista.com/statistik/studie/id/7662/dokument/weihnachten-statista-dossier/

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